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Die schweizerische unternehmenssteuerreform riskiert den wegfall zukünftiger investitionen internationaler unternehmen

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Eine Umfrage der Steuerspezialisten der RSM Switzerland SA unter internationalen Unternehmen in der Schweiz zeigt, dass viele dieser Unternehmen ihre zukünftigen Investitionspläne vor dem Hintergrund der vorgeschlagenen Schweizer Steuerreform überdenken.

Fast 30% der befragten Unternehmen sehen die Möglichkeit, die Schweiz zu verlassen, während über 40% der Unternehmen mit einer Kürzung künftiger Investitionen rechnen. Dieses Ergebnis ist eine klare Botschaft an die Schweizer Regierung, dass das Steuerprojekt 17 schwerwiegende Auswirkungen auf die Investitionen ausländischer Unternehmen haben werden. Über 55% der Befragten sehen die steuerliche Attraktivität der Schweiz durch diese Massnahmen gefährdet.

Die aus der Unternehmenssteuerreform resultierenden effektiven Steuersätze wirken sich direkt auf die Attraktivität der Schweiz für internationale Unternehmen auswirken. Gemäss der Mehrheit der internationalen Unternehmen würde die Schweiz an steuerlicher Attraktivität verlieren, würde der effektive Steuersatz über 15% betragen.

Berücksichtigt man die Mehrheit der in der Schweiz ansässigen internationalen Unternehmen, so gaben 70% der Befragten an, die Schweiz nicht zu verlassen, um damit das Vertrauen in die Schweizer Regierung zu bekräftigen, dass an eine für die Unternehmen und die OECD befriedigende Lösung gefunden wird. Nach Gemäss den in der Schweiz tätigen und steuerpflichtigen internationalen Unternehmen, können sie nach wie vor von der Stabilität der Schweiz und der Lebensqualität und Bildung profitieren und bleiben gleichzeitig in der Nähe von Lieferanten, Kunden und Wettbewerbern. Obwohl die Schweiz ein wirtschaftlich interessanter Ort bleibt, werden künftige Investitionen von Unternehmen durch die bevorstehende Reform sowie durch die Unsicherheit über deren Umfang, stärker beeinflusst.

Die Situation in den Kantonen Genf, Waadt und Zürich zeigt, dass obwohl sich die Mehrheit der Unternehmen auf einen Verbleib in der Schweiz entscheiden würde, mehr als ein Viertel der Unternehmen bereit wären, die Schweiz zu verlassen. Zudem ist der Anteil der Unternehmen, welche nicht mehr in der Schweiz investieren würden, mit rund 45% im Kanton Waadt, 30% in Genf und fast 2/3 der Unternehmen in Zürich noch höher.

Der Rückgang der Investitionen internationaler Unternehmen in der Schweiz kann mit der Unsicherheit über den Umfang sowie den Ausgang der Reform auf die mangelnde Kommunikation zurückzuführen sein. Nach den Ergebnissen der Umfrage scheint die Steuersituation in fünf Jahren für internationale Unternehmen nicht eindeutig zu sein. In den nächsten 5 Jahren ist nicht klar, ob die Steuersätze in der Schweiz sinken oder steigen werden. Auch wenn eine Mehrheit von 40% eine leichte Senkung der Steuersätze erwartet, erwarten 30% eine leichte Erhöhung der Steuersätze. Diese Erwartungen spiegeln sich in den wichtigsten Kantonen wider. Im Kanton Waadt erwarten 39% der internationalen Unternehmen einen leichten Rückgang gegenüber 35%, welche eine leichte Erhöhung der Steuersätze erwarten. Im Kanton Genf erwartet die Mehrheit der internationalen Unternehmen einen leichten Rückgang der Steuersätze wobei die Mehrheit der Unternehmen in Zürich einen leichten Anstieg der Steuersätze erwartet. Die Ergebnisse zeigen ausserdem, dass die Mehrheit der internationalen Unternehmen nur weitere Investitionen in Betracht ziehen würden, läge der Steuersatz unter 15%.

Gemäss den internationalen Unternehmen war die mangelnde Informationspolitik ausschlaggebend für die Ablehnung der Unternehmenssteuerreform III. Das Projekt war nicht genug transparent und nachvollziehbar wie z.B. das Patent Box Regime oder der zusätzliche Abzug der Kosten für Forschung und Entwicklung. Laut den an der Umfrage teilnehmenden internationalen Unternehmen, scheint die Schweizer Bevölkerung die Unternehmenssteuerreform III als zu grosszügig gegenüber ausländischen Unternehmen und als zu unausgewogen zwischen internationalen und lokalen Unternehmen zu empfinden.

Leider hat die Abstimmung die Steuerattraktivität der Schweiz nach Ansicht von 55% der in der Schweiz ansässigen internationalen Unternehmen negativ beeinflusst. Dieser Attraktivitätsverlust stellten auch die Kantone fest.
Was das Patentbox-Regime betrifft, so scheint es, dass die Funktionsweise dieses Regimes für internationale Unternehmen auch nicht klar ist. Gleiches gilt für den zusätzlichen Abzug der Kosten und Entwicklung. Dies hat zur Folge, dass diese Regelungen bei mehr als 55% der in der Schweiz ansässigen Unternehmen nicht anwendbar sind. Im Kanton Zürich sind es fast 30% der Unternehmen, welche diese Regelungen nicht anwenden können und weitere 30% der Unternehmen sind im Unklaren, ob diese Regelungen auf ihr Unternehmen oder ihre Geschäftseinheiten überhaupt anwendbar sind. Falls diese Regelungen jedoch anwendbar sind, werden sie die Unternehmen ermutigen, für rund 40% der Unternehmen zusätzliche Investitionen in der Schweiz zu tätigen. -> diesen Satz verstehe ich nicht. Was will damit gesagt werden?

Einen Zusammenhang zwischen dem Mangel an Kommunikation und der Informationsquelle der Unternehmen kann eindeutig festgestellt werden. Die Umfrage zeigt auf, dass die in der Schweiz ansässigen Unternehmen in ihrer steuerlichen Entscheidungsfindung durch ihre eigene Regierung sowie durch die Schweizer Regierung massgeblich beeinflusst wird. Die Unternehmen bewerten die Qualität und den Nutzen der Informationen, die sie von Regierungen, Steuerbehörden oder Handelskammern erhalten, als unzureichend oder schlecht. Die Informationen beschaffen sie sich bevorzugt beim Steuerberater oder anderer Organisationen. Im Allgemeinen wird die Qualität und der Nutzen der erhaltenen Informationen von den Unternehmen als gut bewertet. Für die Mehrheit der Unternehmen im Kanton Genf und Waadt ist die Hauptinformationsquelle die Zeitung und das Internet, dann kommt der Steuerberater und schließlich die Steuerbehörde oder die Regierung.

Fazit: Die Unternehmenssteuerreform in der Schweiz lässt internationale Unternehmen nicht direkt im Stich, führt aber zu einem Rückgang der Investitionen, zumindest bis das Ergebnis der Reform klar ist. Die Gesamtergebnisse zeigen eine Unsicherheit über die Zukunft der Unternehmensbesteuerung in der Schweiz auf. Die Meinungen in der Umfrage sind geteilt und man kann keine Tendenz feststellen. Für den Bund und alle Kantone ist es jedoch wichtig, möglichst bald eine klare und abschließende Mitteilung über den künftigen Stand der Reform und die Senkung der Unternehmenssteuersätze zu erhalten. Erstens, um Unternehmen, die sich derzeit in der Schweiz befinden, zum Verbleib zu bewegen, zweitens, um ihnen genügend Sicherheit für ihre zukünftigen Investitionen in der Schweiz zu geben und drittens, um möglicherweise neue Unternehmen und Investitionen in die Schweiz zu locken.
 

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